Die „Spezi“-Immobilien-Deals des Jens Spahn

Vor Kurzem wurde eine Berliner Wohnung des aktuellen Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) im Internet zum Kauf angeboten. Business Insider nannte einen Preis um die 1,6 Millionen Euro. Ist ja auch eine gute, zentrale Lage, das Bayerische Viertel im Bezirk Schöneberg.

Eine Düsseldorfer Immobilienmaklerin zeigte auf ihrer Internetseite etliche wohlfeile Fotos der repräsentativen Fünfzimmerwohnung mit 195 Quadratmetern in dem stilvollen Altbau. Gut zu sehen sind da auch die Einrichtung einschließlich der Gemälde und Kunstgegenstände.

Ist es nicht Spahns gutes Recht, eine Wohnung zu verkaufen?

Selbstverständlich – keine Frage. Allerdings scheint es hier eine Art „Geschmäckle“ zu geben.

Vor gut drei Jahren hat Spahn diese Wohnung von Markus Guillerme Leyck Dieken, einem ehemaligen Pharmamanager, für 980.000 Euro gekauft. Durch den Verkauf macht er nun einen Gewinn von knapp 62 Prozent beziehungsweise über 20 Prozent „Rendite“ pro Jahr, alle Achtung.

Dieken war, als er die Wohnung an Spahn verkaufte, Vorstandsmitglied des Branchenverbandes Pro Generika und zugleich Chef von Ratiopharm. Nach Recherchen von „Tagesspiegel“ kennen sich Spahn und Dieken schon viele Jahre auch privat. Im Sommer 2019 sorgte Spahn dafür, dass Dieken auf den Chefsessel der Gematik GmbH gehievt wird.

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Transparency International“ berichtete darüber, dass Jens Spahn enge Berührungspunkte zur Pharmalobby durchaus nicht scheut und bestand, leider erfolglos, darauf, dass sowohl die Selbstverwaltung als auch die Bundestagsfraktionen die Ernennung Diekens verhindern mögen.

Doppeltes Gehalt gefällig?

Ja, es gab durchaus Widerstände gegen diese Personalentscheidung mit Bei-Geschmäckle. Aber der Minister findet, dass Widerstände dazu da sind, überwunden zu werden. In die Hände spielte ihm die Tatsache, dass die Gematik GmbH, deren Aufgabe es ist, die Digitalisierung des Gesundheitswesens auf Schiene zu setzen, einer Art Dienstaufsicht durch das Gesundheitsministerium unterstellt ist. Über die „Gematik-Gesundheitskarte“ hatte ich vor einiger Zeit schon einmal berichtet.

Gemäß „Spiegel“ soll nun der neue Gematik-Chef das doppelte Jahresgehalt wie sein Vorgänger erhalten, nämlich mehr als 300.000 Euro. Sogar Parteifreunde Spahns waren über so viel Kumpanei etwas irritiert, obwohl die ja auch keine Kinder von Traurigkeit sind.

Spahns Anwalt machte jedenfalls dem „Business Insider“ auf seine ganz fachspezifische Weise geschwind deutlich, dass eine Veröffentlichung der Immobilien-Anzeige nicht gewollt ist. Artig wurde die Ernsthaftigkeit der Drohung zur Kenntnis genommen mit dem Ergebnis, dass das Kaufangebot ganz schnell aus dem Internet verschwand, was ja bekanntlich gar nicht so einfach ist.

Keine Bange: Nach dem Verkauf der Immobilie ist Spahn nicht obdachlos

Glücklicherweise besitzt Bundesminister Spahn zufällig noch eine recht große, komfortable Dachgeschoss-Wohnung mit schicker Dachterrasse in Schöneberg. Allerdings war diese Wohnung vermietet worden, übrigens an keinen Unbekannten: Christian Lindner sein Name. Gehen wir einfach mal davon aus, dass diese beiden intelligenten Herren eine einvernehmliche Einigung gefunden haben.

Diese Annahme ist wohl berechtigt, hat sich doch Jens Spahn gerade im Sommer 2020 eine hochherrschaftliche, denkmalgeschützte Villa im Berliner Vorzeigebezirk Dahlem zugelegt. Also gut, Herr Spahn muss sich die Luxus-Herberge wohl mit seinem Ehemann Daniel Funke irgendwie teilen, der übrigens als Chef-Lobbyist des „Burda-Verlags“ in Regierungskreisen unterwegs ist.

Zuvor wurde diese Villa von dem liebenswerten ehemaligen US-Botschafter Richard Grenell gemeinsam mit dessen Ehemann Matt Lashey bewohnt, nur mal so am Rande bemerkt. Ach wie gut, dass niemand weiß, wie viel die Villa kostete, denn Minister Spahn hatte es den Medien per Gerichtsbeschluss verboten, in der Sache Transparenz walten zu lassen. In der höheren Kaste der Gesellschaft bleibt man eben gern unter sich, so unser Fazit.

Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Wer Geld braucht, kann doch zur Sparkasse gehen, genauer, zu jener, die im Münsterland ansässig ist, dort, wo sich zufällig Spahns CDU-Bundestagswahlkreis befindet. Dass der Minister einst zufällig im Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts saß, hat die Vergabe des Mammutkredits gewiss nicht erschwert. Man kennt sich eben und sowieso ist das Glück bekanntlich mit den Tüchtigen.

Dass „Jens Spahn mausert sich zum kleinen Immobilienmogul in Berlin“ hatte ich ja früher schon einmal erwähnt.

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Dieser Beitrag wurde am 09.02.2021 erstellt.

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