Das geht natürlich nur mit einem Rückblick in die Geschichte. Die „Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik“ wurde am 7. Oktober 1949 in Kraft gesetzt, als die Bundesrepublik Deutschland (BRD) bereits Bestand hatte. Damit wurde der Verfassungsentwurf der „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED), der schon Ende 1946 vorlag, umgesetzt.

Echte Demokratie könne nur verwirklicht werden, so die Argumentation der sowjetischen Besatzungsmacht sowie aller ostdeutschen Parteien, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen des Faschismus zuvor ausgemerzt werden. In diesem Geiste wurde in den Jahren 1945 und 1946 in der damaligen „Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands“ (SBZ) die Entnazifizierung in den Bereichen Justiz, Verwaltung und Erziehungswesen recht rigoros durchgeführt. Dazu gehörte die Bodenreform, die den agrarischen Großgrundbesitz der Junker, Kriegsverbrecher und aktiven Nazis an Bauern verteilte und zudem das Industrievermögen der Militaristen und Imperialisten vollständig enteignete.

Diese Politik der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) im Verein mit der SED war nicht nur auf Ostdeutschland beschränkt, sondern bezog ganz Deutschland ein. Immerhin war die SED eine sozialistische Massenpartei, die sich aus Kommunisten und Sozialdemokraten zusammensetzte und eine politische Führungsstellung in Deutschland anstrebte. Andreas Ackermann (SPD) hatte im Rahmen der Vereinigung von KPD und SPD im April 1946 das Gründungsprogramm und den „demokratischen, nichtrevolutionären, besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“ maßgeblich formuliert.

Doch die Interessenskonflikte der Siegermächte verschärften sich zusehends und leiteten schon ab 1947 den „Kalten Krieg“ ein. Die zarten Ideen zu gesamtdeutschen Perspektiven traten in den Hintergrund, in West- und Ostdeutschland gewann die Sicherung der jeweiligen Herrschaftsgebiete Oberhand.

So wurde im Juni 1947 in der SBZ ein zentraler Verwaltungsapparat, die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK), geschaffen. Im Juni 1948 erfolgte in der SBZ eine eigene Währungsreform, nachdem die Westzonen einen solchen Schritt bereits bewerkstelligt hatten. Im Sommer 1948 wandelte sich die SED gezielt zu einer marxistisch-leninistischen Kaderpartei „neuen Typus“.

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Nach der Gründung der DDR

Das frühere KPD-Mitglied Wilhelm Pieck (SED) wurde Präsident, das frühere SPD-Mitglied Otto Grotewohl (SED) Ministerpräsident. Trotzdem war und blieb der Altkommunist Walter Ulbricht die eigentliche Nummer 1, die alle Fäden in fester Hand hielt. Im Juli 1950 wurde er dann auch nach dem III. Parteitag der SED zum Generalsekretär der Einheitspartei gewählt. Von 1953 bis 1971 hatte Walter Ulbricht das Amt des „Ersten Sekretärs des ZK der SED“ inne.

Die Umgestaltung der wirtschaftlichen und politischen Ordnung der DDR nach sowjetischem Muster unter der Ägide von Walter Ulbricht war nun Programm. Bereits 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehörte die Überwachung der DDR-Bürger, um mögliche oppositionelle Regungen gleich im Keim zu ersticken. Als besonders effektives Instrument erwiesen sich die vielen „inoffiziellen Mitarbeiter“ (IM) der Stasi, die im Volk als Spitzel angeworben wurden, um vermeintlich Abtrünnige zu denunzieren. Niemand wusste, ob er sich gerade mit einem Stasi-Mitarbeiter unterhält oder ob er ganz offen mit seinem Freund oder Verwandten reden kann.

Bevorzugt gefördert wurde die Schwerindustrie und gleichzeitig wurde die Kollektivierung der Landwirtschaft konsequent in Angriff genommen. Die Planwirtschaft bestimmte zunehmend das Geschehen und nahm zuweilen groteske Züge an. In den bürgerlichen Parteien kam es zu „Säuberungen und Anpassungen“ und die Strafjustiz wurde zu einem Mittel politischer Abschreckung umfunktioniert. Die bisherige Selbstverwaltung der fünf Länder wurde aufgelöst und Ende Juli 1952 durch eine Neugliederung in 14 Bezirke ersetzt. Den 15. Bezirk bildete formal die „Hauptstadt der DDR“, also Ostberlin.

Der lange Arm Stalins hatte die DDR fest im Griff

Als Josef Stalin am 5. März 1953 starb, änderte sich so einiges, denn die neue sowjetische Führung forderte von der SED einen „neuen Kurs“. Es sollte nun mehr politische und wirtschaftliche Rücksicht auf die Bevölkerung genommen werden. Tatsächlich waren gerade die Arbeitsnormen erhöht worden, aber diese wieder rückgängig zu machen, lag ganz und gar nicht im Sinne der DDR-Führung.

So kam es am 16. Juni 1953 zum Streik der Ostberliner Bauarbeiter und am nächsten Tag weitete sich die Aktion zu einer Protestbewegung aus, die bessere Arbeitsbedingungen, freie Wahlen und sogar die Ablösung der DDR-Regierung forderte. Der Aufstand wurde am 17. Juni durch sowjetische Besatzungstruppen brutal niedergeschlagen.

Im Jahre 1955 übertrug die Sowjetunion der DDR die „volle Souveränität“ mit der Folge, dass die DDR ihre „Nationale Volksarmee“ installieren konnte und die DDR sogleich im Warschauer Pakt Aufnahme fand. Nach dem Tod von Wilhelm Pieck gab es keinen Staatspräsidenten mehr. Stattdessen trat der Staatsrat im Sinne eines kollektiven Staatsoberhauptes auf den Plan. Übernommen hat den Staatsratsvorsitz Walter Ulbricht.

Ende der 1950er-Jahre verdeutlichte sich die innere Krise der DDR. Die Wirtschaftspläne waren völlig überspannt, die Kollektivierung der Landwirtschaft verfehlte die Akzeptanz der Landwirte und das Gebaren Nikita Sergejewitsch Chruschtschow führte zur Berlin-Krise. Bis 1961 sind circa 2,7 Millionen Menschen aus der DDR geflohen. Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung von ungefähr 15 Millionen Menschen kam dies in der Tat einem „Ausbluten“ der DDR gleich. Nur durch rigorose Schließung der innerdeutschen Grenzen konnte der „Staatskollaps“ noch verhindert werden. Am 13. August 1961 wurde flugs eine Mauer hochgezogen.

Auf dem VI. Parteitag der SED im Januar 1963 wurde das erste Parteiprogramm und mit ihm das „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ (NÖSPL) beschlossen, das ein flexibleres Wirtschaftssystem darstellen sollte und die DDR in Richtung einer „sozialistischen Leistungsgesellschaft“ manövrierte. Eine konkrete Folge daraus war das Aufrücken von Fachleuten wie Techniker und Ökonomen in den Reigen der politischen Führungsorgane.

Im Jahre 1968 kam es zur zweiten Verfassung der DDR, mit der die Allgemeingültigkeit des Marxismus-Leninismus als vorherrschende Ideologie und politische Dominanz des SED-Staatsrates sozusagen in Stein gemeißelt wurden. Das „Modell DDR“ galt nun ganz offiziell als das Vorbild für entwickelte realsozialistische Industriegesellschaften, was geradezu einen ideologischen Konflikt mit der KPdSU heraufbeschwor. Dessen Krönung bestand sicherlich darin, dass Walter Ulbricht die aktuell verstärkten Entspannungsbemühungen zwischen der BRD und der Sowjetunion torpedierte. Anfang Mai 1971 wurde Walter Ulbricht der Rücktritt vom Amt des Ersten Sekretärs des ZK der SED „nahegelegt“.

Der Kronprinz kommt an die Macht

Dass Erich Honecker schon lange Ulbrichts Kronprinz war, war kein Geheimnis. Insofern kam es in den Führungsgremien nicht zu einem dramatischen Stühlerücken, als Honecker den Job des Ersten Sekretärs übernahm. Immerhin wurde der Einfluss der Technokraten etwas zurückgedrängt. Auf jeden Fall beschwor die Partei- und Staatsführung nun wieder die „Ewige Freundschaft” mit der UdSSR und der KPdSU. Extra für diese Kurskorrekturen wurde sogar im Oktober 1974 die Verfassung geändert und im Mai 1976 fanden diese Erwähnung im neuen Parteiprogramm.

Endlich war auch die lang ersehnte weltweite völkerrechtliche Anerkennung der DDR unter Dach und Fach. Eine wichtige Säule dafür war der Grundlagenvertrag zwischen beiden deutschen Staaten von Ende 1972, in dem ein fragiler „Modus Vivendi“ ausgearbeitet worden war, wodurch zum Beispiel die Transitreisen zwischen Westberlin und der BRD erheblich vereinfacht wurden. In der Folge konnten beide Staaten im September 1973 jeweils Mitglied der Vereinten Nationen werden. Schon Ende 1974 hatten die meisten Staaten der Welt diplomatische Beziehungen zur DDR aufgenommen.

Versuch einer Bewertung

Bei allem Bemühen gelang es der DDR-Führung nicht, ihren Bürgern auch nur annähernd den Lebensstandard zu bieten, wie er den westdeutschen Bürgern zur Verfügung stand. Genau diesen Vergleich haben die Menschen in der DDR als sehr quälend empfunden. Hätte die SED eine garantierte Reisefreiheit in westliche Staaten zugelassen, hätten viele DDR-Bürger mit eigenen Augen sehen können, dass der kleine Mann im Westen für seine Konsumwünsche große Opfer bringen muss, und ihre geliebte Heimat nicht unbedingt verlassen. Doch so war die Neugier auf den so hochgepriesenen Kapitalismus am Ende einfach zu groß und unüberwindlich.

Die Übernahme der DDR durch die BRD war nach dem Mauerfall leider total. Deutschland hat hier die große Chance zu echten Reformen des ganzen Landes verpasst, weil die Errungenschaften der DDR, die es auf vielen Feldern für die Menschen durchaus gab, keines Blickes gewürdigt wurden. Dass aus der DDR nur der grüne Rechtsabbiegerpfeil übernommen wurde, ist auch wegen der Symbolkraft eine tiefe Beleidigung aller ehemaligen DDR-Bürger und ihrer Lebensleistungen.

Filme, die verstehen helfen

Das Leben in der DDR wurde schon in sehr vielen Filmen thematisiert. Für besonders gelungen halten wir zum Beispiel den fiktiven Debütfilm von Marc Bauder „Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen“. Es handelt sich um ein Polit- und Wirtschaftsdrama, das auf emsigen Recherchen und wahren Fakten beruht. Vorgestellt wurde die Fernsehpremiere Anfang 2012 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken im Rahmen der ZDF-Reihe „Das kleine Fernsehspiel“.

Kurze Zusammenfassung der Handlung

Der Devisenbeschaffer und ehemalige Stasi-Mitarbeiter Konrad Böhm bietet dem Kleinkriminellen Mike, Sohn seines tödlich verunglückten besten Freundes, einen Job an. Böhm will Geschäfte machen mit dem Bau von Pipelines zwischen Russland und westeuropäischen Staaten. Dazu bringt er viele seiner Konkurrenten zu Fall. Dennoch will es mit den ganz großen Projekten einfach nicht klappen. Mike hingegen erfährt jetzt viel über die Vergangenheit seiner Eltern, die als Stasi-Mitarbeiter tätig waren, und findet heraus, dass sein Vater wahrscheinlich ermordet worden war. Seine Mutter will sich an die Polizei wenden.

Für die Nebenrolle erhielt Bernhard Schütz 2012 die Nominierung für den Deutschen Filmpreis, während der Regisseur Marc Bauer auf dem Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern mit dem CineStar-Preis ausgezeichnet wurde.

Weitere Film-Empfehlungen

Wer sich besonders für das Thema Flucht aus der DDR interessiert, dem möchten wir diese vier Filme ans Herz legen:

  1. Die Hollywood-Produktion von 1981 – „Mit dem Wind nach Westen
  2. Die Verfilmung des Romans von Erich Loest (1995) – „Nikolaikirche
  3. Das TV-Drama mit Alexandra Maria Lara und Heino Ferch (2001) – „Der Tunnel
  4. Die ARD-Verfilmung des Schicksals von Jutta Gallus (Veronica Ferres) – „Die Frau vom Checkpoint Charlie

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Dieser Beitrag wurde am 26.01.2022 erstellt


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